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Rezensionen - Kritiken und Kommentare zu Neuerscheinungen

Sortiert nach dem Erscheinungsdatum

 


 

23. Oktober 2018

Der Widerstandskämpfer und Schriftsteller Jean Améry starb vor 40 Jahren

Zur Publikation des Films DIE TORTUR von Dieter Reifahrt bei absolut Medien

Der Essay „Die Tortur“ von Jean Améry erscheint im Frühjahr 1966 mit vier weiteren in „Jenseits von Schuld und Sühne – Bewältigungsversuche eines Überwältigten“. Zuvor liest Jean Améry seinen Text für das SDR Radio. Seine Stimme klingt sanft, facettenreich, holprig und unverstellt. Diese beschwörende Narration bildet das akustische Fundament für die atmosphärischen Aufnahmen der Orte und Ereignisse des Films DIE TORTUR von Dieter Reifarth. Ein verstörender Filmessay zwischen Gegenwart und musealem Erinnern, fern jeder Fiktionalisierung. (Werbetext absolut Medien)

Ein Beitrag von Irmtrud Wojak


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12. August 2018

Der kranke Leviathan

Über das Buch TextTäter – Knast oder Krieg, Band I: Kindheit und Jugend von Ronny Ritze. Erschienen im Garamond Verlag im März 2018.

Auf dem Titelblatt der staatstheoretischen Schrift Leviathan des Engländers Thomas Hobbes aus dem Jahr 1651 sehen wir den personifizierten Souverän, der über Städte und Land und deren Bewohner herrscht. Sein Körper besteht aus den Menschen, die in den Gesellschaftsvertrag eingewilligt haben. In seinen Händen hält er Schwert und Krummstab, die Zeichen für weltliche und geistliche Macht. Überschrieben ist die Abbildung durch ein Zitat aus dem Buch Hiob (41,25 EU): „Keine Macht auf Erden ist mit der seinen vergleichbar“. (...) Das Buch TextTäter – Knast oder Krieg von Ronny Ritze, erschienen im Frühjahr 2018, lenkt unseren Blick in ein Teilsystem des Staates, in dem man den Leviathan noch heute unvermittelt und unverstellt begegnen kann – dem Gefängnis.

Von Mathias Weilandt


Rezension


21. Juni 2018

Kritik an einem Film über die "Aktion T4"

Rezension: Aktion T4 - Das Euthanasie Programm der Nazis. Auch die Forschung machte sich schuldig. Am Beispiel des Arztes Julius Hallervorden. Ein Film von Catherine Bernstein (deutsch, Original 2015). Berlin: absolut Medien, 2018, 54', 14,90 €


Im Rahmen der sogenanntenAktion T4 – benannt nach dem Sitz der damals zuständigen Mordbehörde in der Tiergartenstraße 4 in Berlin – wurden 70.273 Menschen, die in den Augen der Nazis „lebensunwerte Ballastexistenzen“ waren, systematisch umgebracht. Durchgeführt wurde der Massenmord zwischen Januar 1940 und August 1941 in sechs deutschen Gasmordanstalten. Dabei standen ökonomische Motive und die Frage, arbeitsfähig oder nicht arbeitsfähig, im Vordergrund. Die „Aktion T4“ gilt als Blaupause für den späteren Holocaust und Porajmos.

Von Stefan Schuster


Rezension