Alle Dörfer sollen bleiben!

Am 22. Juni 2019 ist Aktionstag

Alle Dörfer bleiben

Interview mit der Klimaaktivistin Elisabeth Hoffmann-Heinen

 

 

Von Daniela Collette

 

Seit dem 19. Jahrhundert wird im rheinischen Revier Braunkohle abgebaut, was die Gegend und die Menschen dort sehr geprägt hat. Im Jahr 1983 entstand durch den Zusammenschluss mehrerer Gruben der Großtagebau Garzweiler. Die Menschen der umliegenden Dörfer zwischen den Städten Mönchengladbach, Jüchen, Erkelenz, Viersen und Grevenbroich wuchsen in dem Wissen auf, das auch ihr Zuhause irgendwann in der Grube des Tagebaus verschwinden wird. 

Seit den 1990ger Jahren formiert sich zunehmender Protest zunächst der Menschen vor Ort, der in den letzten Jahren zu einem fast weltweiten Protest gegen die Zerstörung der Umwelt und insbesondere auch gegen den Klimakiller Kohle angewachsen ist. 

Elisabeth Hoffmann-Heinen ist eine Aktivistin der ersten Stunde aus dem rheinischen Braunkohlegebiet. Damals kämpfte sie als Aktivistin zunächst noch gegen die  Rheinbraun-AG, die später in den RWE überging. So organisierte sie als Vorsitzende der Dorfinteressengemeinschaft der bedrohten Dörfer Informations- und Protestveranstaltungen, Lichterketten und die Großveranstaltung „Verheizte Heimat“, die dann durch Rheinbraun unterwandert wurde.

Der zermürbende Kampf gegen den Energiegiganten erschöpfte sie, so dass sie sich nach zehn Jahren - vorerst - aus der Widerstandsbewegung zurückzog und ihr Leben neu ordnete.

Die aktuell wieder auflebenden Proteste vieler Menschen am Hambacher Forst, in den Braunkohlegruben oder an den Abbruchkanten und auch die Proteste der Fridays-for-Future Schülerinnen und Schüler gaben der Klimaktivistin der ersten Stunde wieder neuen Mut, ihre mutiges Engagement erneut aufzunehmen.

Mit einer kämpferischen Rede während der Kundgebung zum Sternenmarsch „Alle Dörfer bleiben“ zusammen mit der Klimaaktivistin Antje Grothus stieg sie wieder in die Widerstandsbewegung gegen RWE ein. Denn trotz Empfehlung der Kohlekommission, den Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 zu vollziehen, werden Dorfbewohner im Rheinland, in der Lausitz und im Leipziger Land noch immer zur Umsiedlung gezwungen!

In dem Interview erzählt ELisabeth Hoffmann-Heinen ihre Geschichte, über ihre Motive, aber auch ihre Gründe für die mehrjährige Pause und den aktuellen Neubeginn.

Interview mit Elisabeth Hoffmann-Heinen


Foto: ©Daniela Collette, Antje Grothus und Elisabeth Hoffmann-Heinen; "Dorffriedhof" des Tagebaus Garzweiler
Kontakt: info@fritz-bauer-blog.de

 

Link zur gemeinsamen Rede mit Antje Grothus

Initiative „Alle Dörfer bleiben“