14.08.2015

Radcliffe Magazine
Harvard University, Cambridge, MA (USA)

Fritz Bauer Biographin und Historikerin Dr. Irmtrud Wojak hat die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts über die Geschichte der Entnazifizierung mit einem Vortrag am Radcliffe Institute der Harvard University präsentiert. Für das Forschungsjahr 2014/15 war sie mit einem Stipendium an dem renommierten Institut ausgezeichnet worden. Jetzt berichtet das Radcliffe Magazine über Wojaks Projekt. Sie verfasste ein Buch über die Geschichte der andauernden Sisyphusarbeit der Entnazifizierung - ausgehend vom Werk und den Zielen des Juristen Dr. Fritz Bauer. Gleichzeitig entstand ein interaktives Webportal, das die Geschichten von Menschen erzählt, die sich dem Unrecht nicht beugten und anderen Menschen halfen - Überlebensgeschichten vor und nach 1945.

Hier geht es zum Artikel von Pat Harrison...

10.08.2015

Presseerklärung zum 50. Jahrestag des Urteils im Auschwitz-Prozess 20. August 2015

 

Angeklagte im Auschwitz-Prozess
Angeklagte im Auschwitz-Prozess
© Picture Alliance

Vorankündigung und Vorveröffentlichung des Forschungsjournals Soziale Bewegungen - erscheint im Dezember 2015 Verlag Lucius & Lucius, Stuttgart, Sonderschwerpunkt Heft 4, mit Beiträgen unter anderem von:

Herta Däubler-Gmelin, Hartmut Hanauske, Stephan Jaeger, Werner Koep-Kerstin, Daniel Kothenschulte, Dietrich Kuhlbrodt, Heiko Maas, Kurt Nelhiebel, Erardo C. Rautenberg, Thomas Walther, Stephan Weil, Rebecca Wittman, Irmtrud Wojak, Nobert Wolf

Vorab veröffentlicht werden hier der Beitrag von Kurt Nelhiebel („Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit“) sowie der 1964 erschienene Beitrag von Fritz Bauer („Nach den Wurzeln des Bösen fragen“). 

Zu den Texten von Kurt Nelhiebel und Fritz Bauer...

 

07.08.2015

Rezension

Dorothea Liew

Die Zeitschrift German Film Quarterly kündigte den neuen Film über Fritz Bauer an, den zweiten, nachdem die Demontage des Juristen von seinem Amtskollegen Erardo C. Rautenberg publik gemacht wurde (Direktor: Lars Kraume, Produzent: Thomas Kufus, Fritz Bauer-Darsteller: Burghart Klaussner, 105 Minuten).

Der Film bedient alte Muster. Bauer soll fanatisch Eichmann gejagt haben. Ob er die Jagd nicht möge, fragen sie ihn im Film und er antwortet: „Doch, aber keine Tiere.“ Auch die Socken-Story des Journalisten Ronen Steinke, bei dem Bauer schon mal ein „Hosenbein hochrutschen und eine helle Socke mit etwas Männerbein aufblitzen lässt“, wird aufgefrischt. Im Film trägt der zerknitterte und viel zu alt wirkende Generalstaatsanwalt allerdings dunkle Socken. Es ist sein Lieblingsstaatsanwalt, der karierte Socken trägt und dem der gebeutelte General kurz darauf zur Entsagung rät. Jeder hat halt so seine Ideen, woran sich ein Homosexueller erkennen lässt. Dass soll nämlich suggeriert werden, dass Bauer schwul war und ein Privatleben hatte, wo Verbotenes geschah, jedenfalls damals. Dazu passt, dass der Sozialdemokrat auch noch seine eigenen Genossen verraten und sich den Nazis, wie er selber im Film sagt "unterworfen" haben soll - was er später natürlich bitter bereut. Kann man sich mehr wünschen? Fritz Bauer als sich rächender Jude, heimlicher Homosexueller und Genossen-Verräter?

"Man" könnte durchaus... einen Film über Fritz Bauer!

Siehe auch die Rezension in Hollywoodreporter: „But what’s much worse is the fictionalized take on Bauer’s private life, with Kraume actually embarrassing himself with an entirely unconvincing subplot involving the attorney’s alleged homosexuality that’s handled in a way that suggests all gay men recognize each other by their fancy socks (yes, really).“

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06.07.2015

 

Neuerscheinung

BERICHTE VOM AUSCHWITZ-PROZESS. KÖLN: PapyRossa, 2015

Mit einem Vorwort von Erardo C. Rautenberg und einem Porträt des hessischen Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauers aus der Feder seiner Biografin Irmtrud Wojak (ISBN 978-3-89438-263-6).

„Was Holocaust-Überlebende als Zeugen im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) der Nachwelt überlieferten, hat Conrad Taler für eine jüdische Zeitung in Wien festgehalten: In Gestalt des Lehrers Jehuda Bacon stand ein Zeuge vor Gericht, der als 14-Jähriger zusammen mit anderen Kindern in Auschwitz vor einen Pferdewagen gespannt wurde, mit dem im Winter die Asche der vergasten und verbrannten Häftlinge aus den Krematorien geholt wurde. ‚Wir mussten die Asche auf die vereisten Wege schütten', berichtete er.“

Conrad Taler wurde 2014 mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Bremen ausgezeichnet.

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18.04.2015

Kurt Nelhiebel

Zum Weggang von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts

"Am Ende der achtjährigen Tätigkeit von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main steht ein politischer Offenbarungseid. Der in der Schweiz geborene und dort aufgewachsene Wissenschaftler, von Beginn an überfordert mit diesem Amt, räumt das Feld, ohne sich seiner Verantwortung für den beschämenden Umgang des Fritz-Bauer-Instituts mit seinem Namensgeber gestellt zu haben. Als die Diskussion darüber unausweichlich zu werden schien, zog er die Notbremse. …"

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