07.08.2015

Rezension

Dorothea Liew

Die Zeitschrift German Film Quarterly kündigte den neuen Film über Fritz Bauer an, den zweiten, nachdem die Demontage des Juristen von seinem Amtskollegen Erardo C. Rautenberg publik gemacht wurde (Direktor: Lars Kraume, Produzent: Thomas Kufus, Fritz Bauer-Darsteller: Burghart Klaussner, 105 Minuten).

Der Film bedient alte Muster. Bauer soll fanatisch Eichmann gejagt haben. Ob er die Jagd nicht möge, fragen sie ihn im Film und er antwortet: „Doch, aber keine Tiere.“ Auch die Socken-Story des Journalisten Ronen Steinke, bei dem Bauer schon mal ein „Hosenbein hochrutschen und eine helle Socke mit etwas Männerbein aufblitzen lässt“, wird aufgefrischt. Im Film trägt der zerknitterte und viel zu alt wirkende Generalstaatsanwalt allerdings dunkle Socken. Es ist sein Lieblingsstaatsanwalt, der karierte Socken trägt und dem der gebeutelte General kurz darauf zur Entsagung rät. Jeder hat halt so seine Ideen, woran sich ein Homosexueller erkennen lässt. Dass soll nämlich suggeriert werden, dass Bauer schwul war und ein Privatleben hatte, wo Verbotenes geschah, jedenfalls damals. Dazu passt, dass der Sozialdemokrat auch noch seine eigenen Genossen verraten und sich den Nazis, wie er selber im Film sagt "unterworfen" haben soll - was er später natürlich bitter bereut. Kann man sich mehr wünschen? Fritz Bauer als sich rächender Jude, heimlicher Homosexueller und Genossen-Verräter?

"Man" könnte durchaus... einen Film über Fritz Bauer!

Siehe auch die Rezension in Hollywoodreporter: „But what’s much worse is the fictionalized take on Bauer’s private life, with Kraume actually embarrassing himself with an entirely unconvincing subplot involving the attorney’s alleged homosexuality that’s handled in a way that suggests all gay men recognize each other by their fancy socks (yes, really).“

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06.07.2015

 

Neuerscheinung

BERICHTE VOM AUSCHWITZ-PROZESS. KÖLN: PapyRossa, 2015

Mit einem Vorwort von Erardo C. Rautenberg und einem Porträt des hessischen Generalstaatsanwalts Dr. Fritz Bauers aus der Feder seiner Biografin Irmtrud Wojak (ISBN 978-3-89438-263-6).

„Was Holocaust-Überlebende als Zeugen im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) der Nachwelt überlieferten, hat Conrad Taler für eine jüdische Zeitung in Wien festgehalten: In Gestalt des Lehrers Jehuda Bacon stand ein Zeuge vor Gericht, der als 14-Jähriger zusammen mit anderen Kindern in Auschwitz vor einen Pferdewagen gespannt wurde, mit dem im Winter die Asche der vergasten und verbrannten Häftlinge aus den Krematorien geholt wurde. ‚Wir mussten die Asche auf die vereisten Wege schütten', berichtete er.“

Conrad Taler wurde 2014 mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Bremen ausgezeichnet.

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18.04.2015

Kurt Nelhiebel

Zum Weggang von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts

"Am Ende der achtjährigen Tätigkeit von Raphael Gross als Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt am Main steht ein politischer Offenbarungseid. Der in der Schweiz geborene und dort aufgewachsene Wissenschaftler, von Beginn an überfordert mit diesem Amt, räumt das Feld, ohne sich seiner Verantwortung für den beschämenden Umgang des Fritz-Bauer-Instituts mit seinem Namensgeber gestellt zu haben. Als die Diskussion darüber unausweichlich zu werden schien, zog er die Notbremse. …"

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25.03.2015

Zeitzeugin Lelle Franz zum Film über den Auschitz-Prozess


Vom 17. bis 22. März 2015 fand das 8. LICHTER Filmfest Frankfurt International statt. Claudia Schulmerich veröffentlichte auf ihrer Webseite „Weltexpresso“ ein Interview über den Film „Im Labyrinth des Schweigens“, das viel über Fritz Bauer erzählt und gleichzeitig Fragen aufkommen lässt, wieso ein Spielfilm über Fritz Bauer diesen in ein solches Zwielicht rückt. "Frankfurt am Main – Heute ist ja FRITZ BAUER TAG in Frankfurt. Es werden der Dokumentarfilm von Ilona Ziok FRITZ BAUER – TOD AUF RATEN um 13 Uhr und der erste Spielfilm über Fritz Bauer um 15.30 Uhr im Rahmen des Lichter Filmfestes im Cantatesaal aufgeführt. Wir sprachen mit Lelle Franz, die Fritz Bauer noch gekannt hat, über ihre Einschätzung des Spielfilms.“

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11.01.2015

Klaus Hagert und Irmtrud Wojak


"Köln (Weltexpresso) – Sie hat das Fritz Bauer Institut verlassen, Frau Irmrud Wojak, obwohl sie dessen Stellvertretende Leiterin war und sich mit ihrer großen Bauer Biographie habilitiert hatte. Warum sie ging, fragt man sich nicht mehr, wenn man ihre Stellungnahme hört.“

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