30.12.2015

Erster Artikel über Fritz Bauer in einer lateinamerikanischen Zeitschrift

 

Die Zeitschrift Cuadernos Judaicos des Zentrums für jüdische Studien an der Universidad de Chile hat im Dezember einen Artikel der Fritz Bauer Biographin Irmtrud Wojak über den Juristen aus Freiheitssinn publiziert.

Die Historikerin hatte auf Einladung des Zentrums, des Museo de la Memoria y de los Derechos Humanos, des Goethe Instituts Santiago und der Universidad Católica de Valparaiso im Mai 2015 in Santiago de Chile Leben und Werk des Juristen in mehreren Veranstaltungen und Vorträgen vorgestellt.

Fritz Bauer (1903-1968). Lawyer for the sense of freedom Pág. 302-318 DOI: 10.5354/0718-8749.2015.38101

Weiterlesen: Fritz Bauer (1903-1968). Jurista por el sentido de la libertad

30.11.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

„(…) Dass Lars Kraume die Entführung Eichmanns als Hauptmotiv wählte, mag unter anderem daran liegen, dass der Auschwitz-Prozess, mit dem der Name Bauer am ehesten verknüpft wird, erst vor kurzem zum Thema eines Spielfilms über die Schwierigkeiten deutscher „Vergangenheitsbewältigung“ wurde. Kraumes Film ist, was den historischen Hintergrund betrifft, um Genauigkeit bemüht. Längere Sequenzen sind in Israel gedreht, um Bauers Kontakte mit dem dortigen Geheimdienst und den Justizbehörden zu veranschaulichen. Die Persönlichkeit Eichmanns wird ausgeleuchtet, Ausschnitte aus dem Interview präsentiert, das der Antisemit in den 1950er Jahren dem holländischen SS-Mann Wilhelm Sassen in Argentinien gab. (…)

Umso unbegreiflicher ist, dass der Spielfilm die wirklichkeitsnahe Genauigkeit, die den Plot spannend macht, nicht beibehält, sondern die Hauptfigur neu erfindet und der Regisseur sich am Ende dankend auf zwei Ratgeber aus dem nach Bauer benannten Institut in Frankfurt/Main bezieht. Kraume kreiert seinen Protagonisten als gebrochenen Typ wie aus einem Tatortkrimi. Er verzeichnet Bauer als vom Schicksal Getriebenen, der sich – damit beginnt der Film – mit Alkohol und Schlaftabletten betäubt und dabei fast in der Badewanne ertrinkt. …"

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Die Rezension erschien im fachbuchjournal, Dezember 2015

18.11.2015

Isabel Mardones Rosa

Im Kino und im deutschen Fernsehen gibt es mehrere Filme über den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Die Biographin Bauers, Irmtrud Wojak, analysiert, welche dieser Titel der historischen Realität näherkommen und wieso genau jetzt das Interesse an seiner Figur wächst.“

Isabel Mardones Rosa, Leiterin der Cinemateca des Goethe-Instituts Chile, die im Jahr 2004 den Critics Award für die Verbreitung des deutschen Kinos in Chile erhalten hat, interviewte die Historikerin und Fritz Bauer-Biographin Irmtrud Wojak. Isabel Mardones ist mit Monica Villarroel Autorin des Buches Zeichen gegen das Vergessen. Das wiedergefundene Kino Chiles, das 2012 im Verlag Cuarto Propio erschienen ist.

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16.09.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

Der Staat gegen Fritz Bauer
Der Staat gegen Fritz Bauer

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER, Regie und Drehbuch: Lars Kraume; Produzent, Thomas Kufus, in den Hauptrollen als Fritz Bauer: Burghart Klaußner und als Staatsanwalt Karl Angermann: Ronald Zehrfeld, 105 Minuten, Deutschland 2015. "

Nach „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“ nun also: „Der Jude ist schwul!“ Überraschend ist das nicht, nachdem der Fritz-Bauer-Institut-Gastwissenschaftler Ronen Steinke im vergangenen Jahr mit seiner Enthüllungsstory über die angeblichen weißen Flecken in der Biographie des bedeutenden Juristen herauskam. (Steinke 2013) Das nach Bauer benannte Institut zog 2014 mit einer Ausstellung unter dem Titel „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt“ (Backhaus/Boll/Gross 2014) nach.

Doch fangen wir vorn an. Der Plot des Films ist spektakulär und politisch brisant. In „Der Staat gegen Fritz Bauer“ geht es darum, dass im Nachkriegs- oder besser gesagt im Deutschland der Adenauer-Ära die Ahndung von Nazi-Verbrechen niemanden interessiert hat außer die Betroffenen selber – das ist Handlungsstrang Nr. 1. Und es geht darum, dass die Hauptfigur in dem Film all das verkörpern soll, worauf sich der Hass und der Ausrottungswille der Nazis konzentrierten. Bauer war Sozialdemokrat und wurde als politischer Gegner verfolgt; er stammte aus einer jüdischen Familie und wurde aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetze verfolgt; er war ein politischer Flüchtling, dem die dänische Fremdenpolizei, die mit den Nationalsozialsten kollaborierte, erfolglos versuchte Homosexualität zu unterstellen. Die Auslieferung an das NS-Regime hätte Bauers Todesurteil bedeutet. Daraus entwickelt der Film Handlungsplot Nr. 2."

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05.09.2015

50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess

Kurt Nelhiebel 

Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen
Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen

Vortrag in der Villa Ichon in Bremen am 5. September 2015

"Wer in diesen Tagen über das Thema 'Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess' sprechen will, kommt an den Ausbrüchen von Fremdenhass im Zusammenhang mit dem Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen nicht vorbei. Neu ist das alles nicht, nur die Dimensionen haben sich verändert. Von Januar bis August gab es nach offiziellen Angaben in Deutschland 337 derartige Übergriffe. Das heißt, so etwas passiert jeden Tag. Warum nur bei uns, und nicht auch in anderen Ländern? …“

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