18.11.2015

Isabel Mardones Rosa

Im Kino und im deutschen Fernsehen gibt es mehrere Filme über den Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Die Biographin Bauers, Irmtrud Wojak, analysiert, welche dieser Titel der historischen Realität näherkommen und wieso genau jetzt das Interesse an seiner Figur wächst.“

Isabel Mardones Rosa, Leiterin der Cinemateca des Goethe-Instituts Chile, die im Jahr 2004 den Critics Award für die Verbreitung des deutschen Kinos in Chile erhalten hat, interviewte die Historikerin und Fritz Bauer-Biographin Irmtrud Wojak. Isabel Mardones ist mit Monica Villarroel Autorin des Buches Zeichen gegen das Vergessen. Das wiedergefundene Kino Chiles, das 2012 im Verlag Cuarto Propio erschienen ist.

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16.09.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

Der Staat gegen Fritz Bauer
Der Staat gegen Fritz Bauer

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER, Regie und Drehbuch: Lars Kraume; Produzent, Thomas Kufus, in den Hauptrollen als Fritz Bauer: Burghart Klaußner und als Staatsanwalt Karl Angermann: Ronald Zehrfeld, 105 Minuten, Deutschland 2015. "

Nach „Fritz Bauer oder Auschwitz vor Gericht“ nun also: „Der Jude ist schwul!“ Überraschend ist das nicht, nachdem der Fritz-Bauer-Institut-Gastwissenschaftler Ronen Steinke im vergangenen Jahr mit seiner Enthüllungsstory über die angeblichen weißen Flecken in der Biographie des bedeutenden Juristen herauskam. (Steinke 2013) Das nach Bauer benannte Institut zog 2014 mit einer Ausstellung unter dem Titel „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt“ (Backhaus/Boll/Gross 2014) nach.

Doch fangen wir vorn an. Der Plot des Films ist spektakulär und politisch brisant. In „Der Staat gegen Fritz Bauer“ geht es darum, dass im Nachkriegs- oder besser gesagt im Deutschland der Adenauer-Ära die Ahndung von Nazi-Verbrechen niemanden interessiert hat außer die Betroffenen selber – das ist Handlungsstrang Nr. 1. Und es geht darum, dass die Hauptfigur in dem Film all das verkörpern soll, worauf sich der Hass und der Ausrottungswille der Nazis konzentrierten. Bauer war Sozialdemokrat und wurde als politischer Gegner verfolgt; er stammte aus einer jüdischen Familie und wurde aufgrund der nationalsozialistischen Rassegesetze verfolgt; er war ein politischer Flüchtling, dem die dänische Fremdenpolizei, die mit den Nationalsozialsten kollaborierte, erfolglos versuchte Homosexualität zu unterstellen. Die Auslieferung an das NS-Regime hätte Bauers Todesurteil bedeutet. Daraus entwickelt der Film Handlungsplot Nr. 2."

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05.09.2015

50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess

Kurt Nelhiebel 

Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen
Kurt Nelhiebel 5. September 2015 Villa Ichon in Bremen

Vortrag in der Villa Ichon in Bremen am 5. September 2015

"Wer in diesen Tagen über das Thema 'Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess' sprechen will, kommt an den Ausbrüchen von Fremdenhass im Zusammenhang mit dem Zustrom von Asylbewerbern und Flüchtlingen nicht vorbei. Neu ist das alles nicht, nur die Dimensionen haben sich verändert. Von Januar bis August gab es nach offiziellen Angaben in Deutschland 337 derartige Übergriffe. Das heißt, so etwas passiert jeden Tag. Warum nur bei uns, und nicht auch in anderen Ländern? …“

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14.08.2015

Radcliffe Magazine
Harvard University, Cambridge, MA (USA)

Fritz Bauer Biographin und Historikerin Dr. Irmtrud Wojak hat die Ergebnisse ihres Forschungsprojekts über die Geschichte der Entnazifizierung mit einem Vortrag am Radcliffe Institute der Harvard University präsentiert. Für das Forschungsjahr 2014/15 war sie mit einem Stipendium an dem renommierten Institut ausgezeichnet worden. Jetzt berichtet das Radcliffe Magazine über Wojaks Projekt. Sie verfasste ein Buch über die Geschichte der andauernden Sisyphusarbeit der Entnazifizierung - ausgehend vom Werk und den Zielen des Juristen Dr. Fritz Bauer. Gleichzeitig entstand ein interaktives Webportal, das die Geschichten von Menschen erzählt, die sich dem Unrecht nicht beugten und anderen Menschen halfen - Überlebensgeschichten vor und nach 1945.

Hier geht es zum Artikel von Pat Harrison...

10.08.2015

Presseerklärung zum 50. Jahrestag des Urteils im Auschwitz-Prozess 20. August 2015

 

Angeklagte im Auschwitz-Prozess
Angeklagte im Auschwitz-Prozess
© Picture Alliance

Vorankündigung und Vorveröffentlichung des Forschungsjournals Soziale Bewegungen - erscheint im Dezember 2015 Verlag Lucius & Lucius, Stuttgart, Sonderschwerpunkt Heft 4, mit Beiträgen unter anderem von:

Herta Däubler-Gmelin, Hartmut Hanauske, Stephan Jaeger, Werner Koep-Kerstin, Daniel Kothenschulte, Dietrich Kuhlbrodt, Heiko Maas, Kurt Nelhiebel, Erardo C. Rautenberg, Thomas Walther, Stephan Weil, Rebecca Wittman, Irmtrud Wojak, Nobert Wolf

Vorab veröffentlicht werden hier der Beitrag von Kurt Nelhiebel („Offizielles Gedenken und politische Wirklichkeit“) sowie der 1964 erschienene Beitrag von Fritz Bauer („Nach den Wurzeln des Bösen fragen“). 

Zu den Texten von Kurt Nelhiebel und Fritz Bauer...