24.02.2016

24. Februar 2016, Neues TV-Politdrama über Fritz Bauer

Der General
Der General

Der mediale Hype um Fritz Bauer in den Jahren 2014/15 brachte manche in Rage, eine "Fritz Bauer-Welle" wurde ausgerufen und ein bekannter Zeithistoriker gab zu bedenken, hier werde ein "Held" geschaffen. Was so schlimm nicht wäre und Bundesjustizminister Heiko Maas beispielsweise scheut sich nicht, den Juristen Bauer einen Held zu nennen. Doch es kam anders und schon bald nach Lars Kraumes Spielfilm wurde der nächste Film angekündigt, ein TV-Politdrama mit dem Titel DIE AKTE GENERAL. Regie führte Stephan Werner, Produzenten sind Nico Hofmann und Benjamin Benedict, alles bekannte Namen.

Wie DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER wirbt auch dieser Film mit Bauers angeblicher "heimlicher Sexualität" und wartet mit allerlei Mutmaßungen über seinen Antihelden auf. Wie in DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER bildet der Adenauer-Staat den Hintergrund und die Jagd nach Adolf Eichmann ist Aufreißer der Story. Ob Regisseur und Produzenten nichts Neues eingefallen ist – es sieht so aus.

Dietrich Kuhlbrodt, Filmkritiker und bis zu seiner Pensionierung bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg für die Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen zuständig, hat wiederum eine Rezension in KONKRET (02/2016) geschrieben.

 Zur Rezension...

 

18.02.2016

Zur Neuauflage der Fritz-Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak

Kurt Nelhiebel

Die Neuauflage
Die Neuauflage

"In gewisser Weise teilt Irmtrud Wojak das Schicksal Fritz Bauers, den die politische Klasse zu Lebzeiten am liebsten auf den Mond geschossen hätte, was ihre Repräsentanten bis zum heutigen Tag nicht daran hindert, sich bei Gelegenheit mit ihm zu schmücken und seinen Namen wie eine Tapferkeitsmedaille am Revers zu tragen. Jüngste Ausgeburt des alltäglichen Wahnsinns ist der Vorschlag, die kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ als Unterrichtsmaterial an öffentlichen Schulen zu benutzen. Und die Fritz-Bauer-Biographie von Irmtrud Wojak ?...“.

Weiterlesen..

29.01.2016

31. Januar 2016, 19.00 Uhr,
Café am Josephsplatz 112, 80798 München


BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN - Ortsverband Schwabing, GRÜNE im BA Maxvorstadt

Dr. Irmtrud Wojak, Fritz-Bauer-Biographin, spricht über sein Leben und Werk. Das Leben des streitbaren Juristen wurde in jüngster Zeit zum Thema Aufsehen erregender Kinofilme und Medienberichte. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN laden ein zum Vortrag und zur Diskussion mit der Historikerin, die Bauers Biographie und Wirken weltweit in Archiven erforscht hat. Jetzt erscheint ihre anerkannte Biographie in einer Neuauflage in der BUXUS EDITION, München 2016 und wird von einer Webseite begleitet.

Flyer als PDF...

30.12.2015

Erster Artikel über Fritz Bauer in einer lateinamerikanischen Zeitschrift

 

Die Zeitschrift Cuadernos Judaicos des Zentrums für jüdische Studien an der Universidad de Chile hat im Dezember einen Artikel der Fritz Bauer Biographin Irmtrud Wojak über den Juristen aus Freiheitssinn publiziert.

Die Historikerin hatte auf Einladung des Zentrums, des Museo de la Memoria y de los Derechos Humanos, des Goethe Instituts Santiago und der Universidad Católica de Valparaiso im Mai 2015 in Santiago de Chile Leben und Werk des Juristen in mehreren Veranstaltungen und Vorträgen vorgestellt.

Fritz Bauer (1903-1968). Lawyer for the sense of freedom Pág. 302-318 DOI: 10.5354/0718-8749.2015.38101

Weiterlesen: Fritz Bauer (1903-1968). Jurista por el sentido de la libertad

30.11.2015

Rezension

Irmtrud Wojak

„(…) Dass Lars Kraume die Entführung Eichmanns als Hauptmotiv wählte, mag unter anderem daran liegen, dass der Auschwitz-Prozess, mit dem der Name Bauer am ehesten verknüpft wird, erst vor kurzem zum Thema eines Spielfilms über die Schwierigkeiten deutscher „Vergangenheitsbewältigung“ wurde. Kraumes Film ist, was den historischen Hintergrund betrifft, um Genauigkeit bemüht. Längere Sequenzen sind in Israel gedreht, um Bauers Kontakte mit dem dortigen Geheimdienst und den Justizbehörden zu veranschaulichen. Die Persönlichkeit Eichmanns wird ausgeleuchtet, Ausschnitte aus dem Interview präsentiert, das der Antisemit in den 1950er Jahren dem holländischen SS-Mann Wilhelm Sassen in Argentinien gab. (…)

Umso unbegreiflicher ist, dass der Spielfilm die wirklichkeitsnahe Genauigkeit, die den Plot spannend macht, nicht beibehält, sondern die Hauptfigur neu erfindet und der Regisseur sich am Ende dankend auf zwei Ratgeber aus dem nach Bauer benannten Institut in Frankfurt/Main bezieht. Kraume kreiert seinen Protagonisten als gebrochenen Typ wie aus einem Tatortkrimi. Er verzeichnet Bauer als vom Schicksal Getriebenen, der sich – damit beginnt der Film – mit Alkohol und Schlaftabletten betäubt und dabei fast in der Badewanne ertrinkt. …"

PDF lesen...

Die Rezension erschien im fachbuchjournal, Dezember 2015