12.08.2016

AND THE CRIMINAL PROSECUTION OF NAZI CRIMES

Prof. Dr. Erardo Cristoforo Rautenberg

Ausstellungskatalog

„In 2015 his media profile was higher than at any time previously. The contributions of Fritz Bauer to Germany’s confrontation with the darkest chapter in its history and to the democratization of the young Federal Republic of Germany are only now getting the recognition they deserve.“

Zur Eröffnung der neuen permanenten Ausstellung über die NS-Täter, die in der Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen gezeigt wird, hielt der Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg, Prof. Dr. Erardo Rautenberg, einen Vortrag über „Dr. Fritz Bauer und die Strafverfolgung der Nazi-Verbrechen“, der auch in englischer Übersetzung erschienen ist. Der Beitrag wurde soeben in der Schriftenreihe der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Band 53, veröffentlicht. Der Ausstellungskatalog über die Konzentrationslager SS 1933-1945 (The concentration camp SS 1936–1945: Excess and direct perpetrators in Sachsenhausen concentration camp. An exhibition at the historical site) ist im Metropol-Verlag in Berlin erschienen und hat 304 Seiten.

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Zum Katalog beim Metropol-Verlag...

10.08.2016

Rezension
Irmtrud Wojak

Wolfgang Kaleck
Wolfgang Kaleck

Immer wieder ist es die Unterstellung eines „eher politisch-taktischen Verhältnisses zum Recht“ (Christian Hillgruber, FAZ, 22.12.2015), die gegen diejenigen ins Feld geführt wird, die sich für die Menschenrechte engagieren, ganz gleich in welcher Zunft. Der Jurist Wolfgang Kaleck findet sich dabei in hervorragender Gesellschaft. Auch den Anwalt und Kämpfer für die Menschenrechte Dr. Fritz M. Bauer (1903-1968) treffen bis heute solche Spitzen. Dabei war er genauso wenig „von Anfang an links sozialisiert“ wie Kaleck, von dem Hillgruber dies behauptet. Bauer stammte aus gutbürgerlichem Haus in Stuttgart und musste nach KZ-Haft vor den Nazis fliehen, Kalecks Familie arbeitete sich in München in kleinbürgerlichen Verhältnissen hoch, die Mutter stammte aus Siebenbürgen, der Vater musste als Kind mit seiner Mutter und zwei Geschwistern aus dem damaligen Königsberg vor der Roten Armee fliehen und „geriet dabei immer zwischen die wechselnden Frontverläufe“ (26 f.).

06.08.2016

Rezension
Irmtrud Wojak

Thomas Galli
Thomas Galli

Der hessische Generalsstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer sagte einmal, die Schuldstrafe stamme „aus der Affenzeit“ (DER SPIEGEL, Nr. 25, 1964). Sein Plädoyer lautete, das Gute im Menschen müsse freigeschaufelt werden und es müssten ihm Bedingungen geschaffen werden, zu wachsen.

Sowenig Fritz Bauers Kritik an den Entwürfen zur Strafrechtsreform an Aktualität verloren hat, so aktuell ist das Buch des Gefängnisleiters und Psychologen Thomas Galli Die Schwere der Schuld, das im Verlag „Das neue Berlin“ erschienen ist. Es versammelt neun Geschichten über Schwer- und Schwerstverbrecher, neun von rund 62.000 Geschichten von Menschen, die in Deutschland hinter Gittern leben müssen. Die Wenigsten gehören zur Gruppe der Schwerverbrecher und das ist einer der Gründe, die den Rechtswissenschaftler, der auf fünfzehn Jahre praktische Erfahrung in Haftanstalten zurückblicken kann, zu der Frage führten, in welchen Fällen jahre- und jahrzehntelange Haftstrafen hinter Gittern eigentlich gut sind.

16.07.2016

VOR 18 JAHREN ERSCHIEN ZULETZT EINE AUSWAHL SEINER SCHRIFTEN

Fritz Bauer zum Geburtstag


Irmtrud Wojak

1998 erstmals erschienen und
seit Jahren vergriffen

Im Jahr 1963 gedachte Generalstaatsanwalt Fritz Bauer der von den Nationalsozialisten ermordeten Anne Frank. Es war an ihrem 34. Geburtstag, heuer wäre sie 87 Jahre alt geworden.

„Wir gedenken der Geburtstage unserer Großen, nicht ihrer Sterbetage, so auch bei Anne Frank“, sagte der hessische Generalstaatsanwalt bei der Gedenkveranstaltung in Frankfurt am Main. Sicher ist nicht entscheidend, daß wir Tag und Stunde ihres Todes nicht genau kennen, sondern nur die Zeit des großen Sterbens in Bergen-Belsen. Wir wählen die Geburtstage und zählen sie weiter, als lebten die Menschen und als seien sie noch unter uns.“

„Lebt Anne Frank heute?“, fragte der Jurist damals und wir fragen uns...

13.06.2016

Zum 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion

Kurt Nelhiebel

Wien . Heldendenkmal der Roten Armee
Wien . Heldendenkmal der Roten Armee

„Bremen (Weltexpresso) - Sehr geehrter Herr Generalsekretär, Sie könnten vom Alter her gesehen mein Sohn sein. Sie haben weder eigene Erinnerungen an die Besetzung Ihres Heimatlandes Norwegen durch die deutsche Wehrmacht im Jahr 1940 noch an den Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941.

Ich war vierzehn Jahre alt, als der so genannte Russlandfeldzug begann. Aus dem Radio hörte ich, Sowjetrussland sei ein Koloss auf tönernen Füßen, der Krieg werde schnell zu Ende sein. Dass ich selbst noch zur Wehrmacht eingezogen werden würde, konnte ich mir nicht vorstellen. Erst recht nicht, dass ich jemals in sowjetische Kriegsgefangenschaft geraten würde. Beides blieb mir jedoch nicht erspart. ...“

Kurt Nelhiebel, Prozess-Beobachter im Auschwitz-Prozess, hat zahlreiche Artikel und Aufsätze über Fritz Bauer geschrieben.

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