19.11.2014

Fritz Bauer, herausragender Jurist und Sozialdemokrat in schwerer Zeit

Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a D.)

"Vielen Dank für die Einladung an mich, Ihnen heute diesen herausragenden Juristen und mutigen Sozialdemokraten vorstellen zu dürfen.

Ich tue das mit besonderer Freude, weil Fritz Bauer seit meiner Studienzeit in den 60ger Jahren hier an der Freien Universität Berlin zu den Lichtgestalten unter den Juristen gehörte, an denen wir aufmüpfigen Jura-Studierenden uns orientieren konnten, viele gab es damals ja nicht. Ich weiß nicht, wer Ihnen noch einfällt, mir stehen weitere Persönlichkeiten wie Richard Schmid oder Adolf Arndt vor Augen, aber Fritz Bauer ragt auch unter ihnen nochmals deutlich hervor. ..."

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13.11.2014

 

Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg
Prof. Dr. Erardo C. Rautenberg

"Er brachte das Verbrechen von Auschwitz fast im Alleingang vor Gericht. Zu sagen, Fritz Bauer sei der bisher bedeutendste Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik gewesen, würde nur einen vagen Eindruck von seiner Größe vermitteln. Trotzdem oder gerade deshalb sorgt Bauer immer noch für Irritation. Er wird, spätestens seit dem 50. Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im vergangenen Jahr, von vielen Seiten gelobt, gewiss. Gerade, am 15. Oktober, hat ihn der Bundesjustizminister durch die Stiftung eines nach ihm benannten Studienpreises gewürdigt, der Spielfilm Im Labyrinth des Schweigens ehrt sein Wirken zurzeit im Kino. Aber gelegentlich mischt sich unter das allgemeine Lob eine kleinliche Lust, dem Mann etwas anzuhängen. Das ärgerlichste Beispiel ist die Bauer-Biografie von Ronen Steinke, einem Journalisten der Süd­deutschen Zeitung. Pünktlich zum Jahrestag der Auschwitz-Prozesse im Dezember 2013 erschienen, liefert sie geradezu ein Zerrbild von Fritz Bauer. Steinke unterstellt ihm in mehrfacher Hinsicht zu Unrecht, opportunistisch gehandelt zu haben. ..."

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08.11.2014

Filmpremiere in Frankfurt am Main.Der Film von Giulio Ricciarelli (123 Min.) spielt in der BRD gegen Ende der 1950er Jahre. Im Zentrum stehen der Journalist Thomas Gnielka (André Szymanski) und seine Bemühungen im Kampf gegen das Vergessen.

Thomas Gnielka übergibt Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer (gespielt von dem verstorbenen Schauspieler Gert Voss) die entscheidenen Dokumente, die es dem Frankfurter Generalstaatsanwalt ermöglichen, beim Bundesgerichtshof die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft am Oberlandesgericht Frankfurt am Main für alle in Auschwitz begangenen Verbrechen zu beantragen. Fritz Bauer wird in dem Film, der vom "Fritz Bauer Institut. Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust" beraten wurde, eine Nebenrolle zugewiesen.

Näheres ist in einer in der Frankfurter Rundschau erschienenen Rezension von Daniel Kothenschulte nachzulesen...

Eine Rezension im Spiegel (45/2014) von Thomas Hüterin, "Aufklärer des Grauens", würdigt anders als der Film vor allem die Rolle Bauers bei der Aufklärung der NS-Verbrechen.

 

 

01.11.2014

Kurt Nelhiebel

Über den Umgang mit Fritz Bauer, der Auschwitz vor Gericht brachte

Kurt Nelhiebel
Kurt Nelhiebel

"Es war Volker Hauff, ein Mann aus der schwäbischen Heimat Fritz Bauers, der 1989 als sozialdemokratischer Oberbürgermeister von Frankfurt am Main die Idee hatte, ein wissenschaftliches Institut zur Erforschung des Holocaust ins Leben zu rufen und nach seinem Landsmann zu benennen. Gegründet wurde das Institut 1995. Nach eigener Aussage fühlt es sich dem Andenken des hessischen Generalstaatsanwalts und Initiators des Auschwitz-Prozesses, Fritz Bauer, verpflichtet. ..."
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