08.12.2016

Generalstaatsanwalt E. C. Rautenberg zur verspäteten Anerkennung der Rechtsauffassung von Fritz Bauer

Irmtrud Wojak

Der Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg, Professor Erardo C. Rautenberg, hat auf einer Veranstaltung in der Humboldt-Universität in Berlin zu Thema Auschwitz-Prozesse und Fritz Bauer gesprochen. Zur Veranstaltung hatte die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit eingeladen.

In einem vorab in den Potsdamer Neuesten Nachrichten erschienenen Artikel kommentierte E. C. Rautenberg, der kürzlich die ungeklärten Todesumstände von Fritz Bauer umfassend erforschte, die verspätete Verurteilung des Oskar Gröning, Buchhalter in Auschwitz. Der Jurist schreibt über die teilweise Anerkennung, die Bauers Rechtsdenken durch das Urteil zuteil wurde, das vom Bundesgerichtshof (BGH) nicht beanstandet wurde: "Die Freude über die späte Anerkennung für meinen Amtsbruder wird durch die Trauer getrübt, dass es 47 Jahre gedauert hat, bis der Bundesgerichtshof seine frühere Rechtsprechung korrigiert hat, und dies auch der Staatsanwaltschaft anzulasten ist, die sich erst spät zur Kurskorrektur entschied."

Von einer "Erfolgsgeschichte" der juristischen Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten kann in der Tat nicht die Rede sein. Die Verurteilung der "kleinen Rädchen" der Vernichtungsmaschinerie wegen Beihilfe entspricht der Rechtsprechung des BGH seit den 1950er Jahren. Fritz Bauer sagte dagegen, dass jeder, der durch das Lagertor von Auschwitz ging und wusste, wozu dieses Lager da war, nämlich einzig zur Ermordung von Menschen, sich der Mitwirkung am Mord schuldig machte. Die das Verbrechen der "Endlösung der Judenfrage" verharmlosende Gehilfenrechtsprechung wurde bis heute nicht korrigiert.

Zum Artikel von GStA Rautenberg in den PNN

30.12.2015

Erster Artikel über Fritz Bauer in einer lateinamerikanischen Zeitschrift

 

Die Zeitschrift Cuadernos Judaicos des Zentrums für jüdische Studien an der Universidad de Chile hat im Dezember einen Artikel der Fritz Bauer Biographin Irmtrud Wojak über den Juristen aus Freiheitssinn publiziert.

Die Historikerin hatte auf Einladung des Zentrums, des Museo de la Memoria y de los Derechos Humanos, des Goethe Instituts Santiago und der Universidad Católica de Valparaiso im Mai 2015 in Santiago de Chile Leben und Werk des Juristen in mehreren Veranstaltungen und Vorträgen vorgestellt.

Fritz Bauer (1903-1968). Lawyer for the sense of freedom Pág. 302-318 DOI: 10.5354/0718-8749.2015.38101

Weiterlesen: Fritz Bauer (1903-1968). Jurista por el sentido de la libertad

12.12.2014

Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt zu IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS

"Enkel von heute"

Der Jurist und Filmkritiker Dietrich Kuhlbrodt über den 2014 erschienen Debütfilm von Giulio Ricciarelli über einen jungen Staatsanwalt, der Auschwitz vor Gericht bringen will, im Hintergrund spielt Fritz Bauer die Hauptrolle, da er denOrizess durchgeboxt hat. Die Kritik erschien zuerst in Konkret 11/2014.

weiterlesen...

 

...

10.12.2014

Die Nestbeschützer - Deutungskampf um das Werk von Fritz Bauer

Artikel als PDF herunterladen

"Fritz Bauer leitete die Frankfurter Auschwitz-Prozesse in die Wege – nun gibt es einen Deutungskampf um sein Werk, vor allem innerhalb des Fritz-Bauer-Instituts selbst.“

Artikel lesen...
Read more...

Der Historiker Peter Steinbach erklärte am 10. Dezember 2014 im Deutschlandradio ebenfalls, dass er die Interpretationen des Fritz Bauer Instituts über den eigenen Namensgeber für abwegig hält und warnte vor solchen Fehlinterpretationen.

"Ich halte das für abwegig"... weiterlesen und -hören...

 

...

01.12.2014

fachbuchjournal nimmt „Fritz Bauer und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse vor 50 Jahren“ in den Fokus

Als PDF herunterladen

„Fritz Bauer und die Frankfurter Auschwitz-Prozesse vor 50 Jahren“ stehen im Fokus dieser Ausgabe. Ich danke der ehemaligen Bundesjustizministerin Prof. Dr. Däubler- Gmelin, die Fritz Bauer in ihrer Studienzeit in Berlin in den 1960er-Jahren persönlich kennenlernen konnte, für ihren bewegenden Beitrag. Dem Brandenburgischen Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Rautenberg danke ich für das Gespräch über Fritz Bauer und Ilona Ziok, der engagierten Regisseurin des preisgekrönten Dokumentarfilms „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ für ihren beeindruckenden Film und die Hilfe bei meinen Recherchen. Bei der Tochter von Emmi Bonhoeffer, Cornelie Grossmann, bedanke ich mich für die Genehmigung zum Abdruck der Briefe ihrer Mutter, in denen sie einfühlsam Einblick gibt in die schwierige Situation der damals für den Auschwitz-Prozess angereisten Zeugen. Andreas Bucks (†) ausgezeichnete Besprechung von Irmtrud Wojaks großer Bauer-Biographie ist bereits 2009 im fachbuchjournal erschienen. Ihn hatte ich während der Vorbereitung auf dieses Thema stets als Ratgeber in meinem Kopf."

Angelika Beyreuther