04.04.2017


Ab Samstag ist das Haus der amerikanischen Bürgerrechtlerin in Berlin-Wedding zu sehen!

Stefan Hemler


Mit einer bemerkenswerten Aktion bringt der Künstler Ryan Mendoza Spuren des Lebens einer Bürgerrechts-Ikone nach Berlin-Wedding, über die die BUXUS STIFTUNG im nächsten Jahr eine Biographie in "Leichter Sprache" in ihrer Reihe „Fritz Bauer Bibliothek für Erinnerung und Menschenrechte“ veröffentlichen wird: Rosa Parks (1913-2005) gab am 1955 mit ihrer Weigerung, in einem Bus in Montgomery/Alabama einem Weißen ihren Sitzplatz zu überlassen, den entscheidenden Anstoß für den Aufschwung der afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Obwohl der einjährige Busboykott von Montgomery zur Aufhebung der Rassentrennung in Bussen und Zügen führte und so als ein erster großer Sieg des Civil Rights Movement gilt, musste Rosa Parks wegen zahlreicher Drohungen und Anfeindungen ihre Heimat in den Südstaaten verlassen. So zog sie zusammen mit ihrem Mann 1957 nach Detroit, wo ihr Bruder mit Frau und dreizehn Kindern in einem einfachen zweistöckigen Holzhaus lebte. Hier, in der South Deacon Street, wohnte Rosa Parks zwei Jahre lang.

Als Ryan Mendoza im vergangenen Jahr erfuhr, dass die einstige Wohnstätte von Rosa Parks abgerissen werden sollte, demontierte er das Haus und baute es in einem Hinterhof in Berlin-Wedding wieder auf, um dem kleinen Gebäude, wie er sagt, „seine Würde wieder zurückzugeben“.

Zur Vernissage am 8. April zeigt Mendozas Frau Fabia im Kino Babylon in Berlin-Mitte ihren Dokumentarfilm „The White House“ über mehrere neuere Projekte des Künstlers. Im Anschluss stehen Steve Schapiro, der als Fotograf mit seinen Bildern über die Bürgerrechtsbewegung bekannt wurde, Rosa Parks Nichte Rhea McCaule und Ryan Mendoza zu einem Gespräch mit dem Publikum bereit. Danach findet ab 20 Uhr die Vernissage für Rosa Parks Haus in der Wriezener Straße 19 in Berlin-Wedding mit einer Sound-Installation statt.

Zu folgenden Zeiten kann das Rosa-Parks-Haus außerdem noch im April 2017 besichtigt werden: Samstag, 8.4., 14 bis 17 Uhr und 20 bis 22 Uhr; Sonntag 9.4., 16 bis 22 Uhr; Freitag, 28.4., 18 bis 22 Uhr sowie am Samstag und Sonntag 29./30.4. jeweils 14 bis 22 Uhr.

Weitere Informationen zu der Kunstaktion finden sich unter folgenden Links:

http://mediathek.rbb-online.de/tv/Stilbruch/Rosa-Parks-Haus-in-Berlin/rbb-Fernsehen/Video?bcastId=3914800&documentId=41890942

http://www.ln-online.de/Sonntag/Top-Thema/Rosa-Parks-lebt-in-Berlin