15.10.2016

Rezension

Irmtrud Wojak

Merle Funkenberg ist Erziehungswissenschaftlerin und freiberufliche Referentin in der außerschulischen Bildungsarbeit. Sie hat mit ihrer Studie über „Zivilgesellschaftliches Engagement und Begegnung mit KZ-Überlebenden“ – so lautete ursprünglich der Untertitel ihrer Dissertation – die erste Studie über die Zeugenbetreuung in NS-Prozessen von den 1950er bis in die 1980er Jahre verfasst und dabei auch den politischen Hintergrund ausgeleuchtet. Ihre Arbeit ist zugleich eine Studie über den Umgang mit den Opfern und Überlebenden der NS-Herrschaft in der deutschen Bevölkerung und speziell der Justiz dieser Zeit.

Als Quellengrundlage dienten für die Studie neben wenigen vorhandenen schriftlichen Quellen, unter denen vor allem die „Berichte zur Zeugenbetreuung“ hervorzuheben sind, die als eine Art Handreichung für neue Betreuerkreise erstellt wurden, 18 lebensgeschichtliche Interviews. Darüber hinaus wertete die Autorin Interviews mit Holocaust-Überlebenden aus, die in NS-Prozessen aussagten und die ihren „Zugang durch die Perspektive der Opferzeugen“ erweitern sollen.

Merle Funkenberg, Zeugenbetreuung von Holocaust-Überlebenden und Widerstandskämpfern bei NS-Prozessen (1964-1985). Zeitgeschichtlicher Hintergrund und emotionales Erleben. Gießen: Psychosozial-Verlag 2016, ISBN 978-3-8379-2551-7.

Weiterlesen im fachbuchjournal, Jg. 8 (2016), Nr. 5, S. 57f.